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Fragen zu "Praxeologie für Ordnung und Sezession" (I)

By Norbert Lennartz on Apr 06, 2014. Comments (0)


Hier antworte ich auf Reaktionen zum Buch Praxeologie für Ordnung und Sezession
Die absolute und aprioristische Eigentumstheorie vieler Libertärer kam mir schon länger seltsam vor. Was sollte man z. B. in einer Privatrechtsgesellschaft mit jemand machen, der verstreut überall winzige Grundstücke kauft, nicht um sie selbst sinnvoll zu nutzen, sondern nur um möglichst viel Geld rauszuschlagen, wenn für irgendein Großprojekt eine zusammenhängende Fläche benötigt wird?

Mit Ihrem Buch betonen Sie, dass die Justiz selbst der Praxeologie unterliegt. Vielleicht interessiert Sie dieser Artikel von Kris Borer: https://mises.org/document/6036/Cause-No-Conflict
Er begründet, dass Eigentum in Bezug auf Handlungen zu verstehen ist (z. B. Schaukeln an einem Ast oder Klettern auf einen Baum), und nicht das Recht, andere von einem physikalischen Gegenstand auszuschließen im Vordergrund steht. (Um einen Baum fällen zu dürfen, braucht man allerdings das exklusive Recht an dem Baum.)

Ich versuche ja klar zu machen, dass man mit Wörten vorsichtig sein muss. Es ist eine uralte Binsenweisheit, dass man aus einer Erscheinung keine Regel ableiten kann (Sein-Sollen-Dichotomie). In dem Fall ist "Recht" und "Eigentum" bloß eine Vorstellung wie etwas sein sollte, um es damit irgendwie zu lösen. Das führt immer zu einem Positivismus, den man mit Gewalt durchsetzen müsste. Der Artikel von Kris Borer erkennt auch an, dass Eigentum mit Handlung zu tun hat, aber nicht, dass Eigentum eine Erscheinung (Idee) ist, die sich anschließend aus den Handlungen ergibt, wenn man das Ergebnis so bezeichnen will.

Einfacher und logisch korrekt ist es zu sagen, dass jeder alles tun darf, solange er sich nicht in einen Selbstwiderspruch begibt. Der Widerspruch als solcher ist bereits in der Logik eine Allzweckwaffe. Es gibt keinen Grund, warum das hier anders sein sollte, wenn wir es logisch betrachten. Und deshalb funktionieren die normativen Angelegenheiten alle über den performativen Widerspruch. (Darauf hat mich der Artikel von Steven Yates gebracht.)

Wenn wir jetzt das Beispiel mit dem Grundstücksankauf nehmen, hängt es davon ab, ob die Gesellschaft mit solchen Leuten kooperieren will oder nicht. Wenn nicht, dann können die den ganz einfach unterdrücken und Gewalt anwenden. Betrachten die es hingegen als eine legitime Handlung, dann dürften sie es schwer haben, es zu verhindern, weil sie mit gerichtlichen Mitteln, also mit einer objektiv wahren Überzeugung, nicht dagegen argumentieren.

Damit eine Sezession gelingt, sollten die Sezessionisten, meiner Ansicht nach, die öffentliche Meinung im gesamten Land für sich gewinnen. Warum sollte Restdeutschland sich nicht darüber freuen, wenn es die verrückten Schwaben endlich los wird, die sich noch nicht einmal dann wirklich für einen neuen Hauptbahnhof begeistern können, wenn sie dafür Geld aus Berlin bekommen …

Gibt es außer Singapur noch mehr Fälle, wo ein Bundesland oder eine Provinz gegangen wurde?

Wenn sich BaWü von der BRD trennt, dann ist das Separatismus. Es ist klar, dass das so ein Vorgang von der öffentlichen Meinung abhängig ist. Mir schweben Sezessionen im sehr viel kleineren Format vor. So ein gerade neues Separationsgebiet kann da eine gute Gelegenheit sein, weil die Separatisten ja schlecht sagen können, "was wir gerade gemacht haben, dürft ihr nicht machen". Außerdem ist die Verwaltung anfangs wahrscheinlich noch nicht besonders effektiv. Wenn man jetzt berücksichtigt, dass z.B. die EU sich selbst zerstört, dann könnten überall Separationen entstehen (Katalonien, Schottland, Flandern, Südtirol, Venetien usw.), also Gebiete, die anfällig für individuelle Sezessionen sind.

"Praxeologie für Ordnung und Sezession" als E-Book?

By Default Admin User on Mar 23, 2014. Comments (0)
Tags: Redaktion


Kann man das Buch als E-Book beziehen?

Im Handel wird das Buch derzeit nicht als E-Book angeboten.

Es ist nur geplant, dass Artikel später auf apriorist.de erscheinen. Für apriorist.de Kunden kann auf Anfrage aber gerne insofern eine Ausnahme gemacht werden, indem das Manuskript als PDF vorab zur Verfügung gestellt wird.

Allerdings basiert das Konzept von apriorist.de auf freiwilliger Gegenleistung. Kunden fordern eine Rechnung an und die wird dann in selbst bestimmter Höhe inkl. 7 % MwSt. für die "Benutzung von apriorist.de" ausgestellt.

Begrüßung

By Norbert Lennartz on Sep 16, 2010. Comments (0)
Tags: Redaktion


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