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Demokratie und die Entstehung der Politik

By Rahim Taghizadegan on May 12, 2014. Comments (0)

Vortrag von Rahim Taghizadegan am 26. April 2014 in Storkow.


Der moderne Staat und die traumatisierte Persönlichkeit - eine gute Passung

By Heiko Cochius on May 04, 2014. Comments (0)

Vortrag von Heiko Cochius am 26. April 2014 in Storkow.

(auch auf www.youtube.com/watch?v=n8DyZM4kWgM)


Die Grundthese des Vortrags ist es, dass der Staat sich in den mit letzten 150 Jahren mit seinen Sicherheits- und Schutzangeboten zunehmend als positive Bindungsfigur für die Bürger anbietet. Eine in der Bindungsbeziehung traumatisierte Person hat immer ein mehr oder weniger starkes unbewusstes Bedürfnis nach einer starken schützenden Bindungsfigur. Daher entsteht eine unbewusste emotionale Allianz zwischen Staat und traumatisierter Person.

Den Staat als bedrohliches und unmoralisches Herrschaftsinstrument zu entlarven, ist daher für Viele emotional bedrohlich und erntet Abwehr.

Der Vortrag führt diese Gedanken an konkreten Beispielen aus.

Strategie der Aufklärung?

By Norbert Lennartz on Aug 25, 2011. Comments (3)


Daniel Chodowiecki, 1791:
Die aufgeklärte Weisheit
als Minerva
schützt die Gläubigen
aller Religionen

Manche Libertäre verfolgen systematisch das Ziel einer breiten „Aufklärung“ der Gesellschaft, um die Idee der Nichtaggression in Gehirne einzupflanzen und zu verbreiten.

„Aufklärung“ hat mindestens 2 verschiedene Bedeutungen:

  1. im alltäglichen Sprachgebrauch für das Bestreben, durch den Erwerb neuen Wissens Unklarheiten zu beseitigen, Fragen zu beantworten, Irrtümer zu beheben

  2. Als geschichtlicher Begriff, bzw. als allgemeiner Appell an die Vernunft der Menschen1

Der Bereich, der von Individuen in ihrem alltäglichen Handeln selbst beeinflusst werden kann, hat mit 1. zu tun. Der oben gestellte Aufklärungs-Anspruch zielt aber auf die 2. Konnotation. Man verlangt einen Bewusstseinswandel in der Gesellschaft.2

Inwieweit kann diese Aufklärungsstrategie funktionieren? Es gibt Berichte und Erfahrungen, dass dies in bestimmten Rahmen effektiv sein könnte,3 aber die Beispiele sind genauso Beispiele dafür, dass es ab einem bestimmten Punkt nicht mehr funktioniert hat. Es wurde kein nachhaltiger Effekt erzielt, sondern nur oberflächliche politische Begeisterung von Leuten, die nicht hinter der Sache stehen.

Warum wurde keine kontinuierliche Entwicklung der „Aufklärung“ erreicht? Warum ist Aufklärung kein Prozess von anwachsendem Bewusstsein in der Bevölkerung? Dem stehen hauptsächlich zwei wissenschaftliche Ursachen entgegen:

  1. Menschen reagieren nicht allein nach ihrem Verstand, sondern lassen sich durch evolutionär geprägte Reize zu Entscheidungen verleiten, die jenen menschlichen Verstand ausschaltet, der sich sonst der bewussten Logik bedient. Dies sind solche evolutionär geprägten Reize, die „uns“ in bestimmten Situationen als moralisch zweckmäßig erscheinen, wie etwa Religion, Esoterik, Strafrecht, Erziehungsformen usw.

  2. Die großartigen Mittel der Bewusstseinsbeeinflussung (Fernsehen, Zeitungen, Schule, Universitäten, Sozialrecht) werden hauptsächlich vom Staat und seinen anhängigen Institutionen in Richtung medienwirksamer politischer Korrektheit manipuliert, so dass kein gemeinsamer Kenntnisstand erarbeitet werden kann. Diese staatlichen Möglichkeiten permanenter unterschwelliger Indoktrinierung existieren, weil das Gewaltmonopol des Staates existiert und der Staat mit Intellektuellen sowie Brot-und-Spiele-Institutionen die betäubenden, desinformierenden, orwellschen Mittel zu seiner eigenen Akzeptanz wirksam bei Menschen4 quer durch alle Schichten einsetzen kann. Diese Mittel sind durch das demokratische5 System privilegiert und finanziert. Um deren Anreize zu beseitigen, müsste man zuerst das Gewaltmonopol des Staates beseitigen. Dann wäre aber bereits das Ziel erreicht.

Einer Strategie der Aufklärung fehlt es grundsätzlich an ihrem Konzept. Man müsste zunächst erklären können, wie man mit Mitteln der Bewusstseinsbeeinflussung, die noch nicht vergeblich probiert wurden, Erfolg haben kann6. Man müsste auch erklären, wie man jene einbinden kann, die mental gegen den Anarchismus eingestellt sind, d.h. nicht durch Aufklärungsappelle erreicht werden können.7 Solange dieses Konzept nicht existiert, ist diese Strategie in der Praxis offensichtlich ein sich endlos wiederholender Versuch und Irrtum, der libertäre Ressourcen verschlingt.

Ein Beispiel (soweit die Kategorie zutrifft) ist das neuerliche Mises Summit in Wien 2011 mit Seminargebühren, Reisekosten, Hotelkosten und Spesen. Wenn jeder Teilnehmer 1500 Euro dafür aufwendet, sind das bei 50 Teilnehmern bereits 75.000 Euro, die dort mal eben zur reinen „Kultvergötterung“ konsumiert werden.




1   Menschen, die die Autonomie über ihre eigenen Gefühle verloren haben (Gefühle, die den Verstand in Schach halten).

2   Ein Bewusstsein, dass, um wirksam zu sein, auch noch nachhaltig sein müsste.

3   Als Beispiele werden historische Erfolge von libertären Parteien (z.B. USA, Costa Rica) genannt.

4   Menschen, die dafür in ihrem Unterbewusstsein anfällig geprägt sind.

5   Hoppe: „Es gibt heutzutage mehr Propagandisten für die Demokratie als es jemals in der gesamten Menschheitsgeschichte Propagandisten für die Monarchie gab.“

6   etwa durch das Internet, das auch nicht mehr neu ist

7   Oder in der erziehungswissenschaftlichen "triviumschen" Ausdrucksweise: Grammatik und Logik des Empfängers müssten berücksichtigt werden, um erfolgreich zu sein.


H.L. Mencken: "The fact is that the average man's love of liberty is nine-tenths imaginary, exactly like his love of sense, justice and truth. He is not actually happy when free; he is uncomfortable, a bit alarmed, and intolerably lonely. Liberty is not a thing for the great masses of men. It is the exclusive possession of a small and disreputable minority, like knowledge, courage and honor. It takes a special sort of man to understand and enjoy liberty — and he is usually an outlaw in democratic societies."

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